„Grüße aus dem Wilden Osten“ – Dr. Richard Loibl stellt sein neues Buch über den Bayerischen Wald in Hengersberg vor

Am 29. Januar kehrte ein Hengersberger Original in seinen Heimatort zurück, um hier, gemeinsam mit unserem Geschichtsverein, seine Buchpräsentations-Tour zu starten: Dr. Richard Loibl, Chef des Hauses der Bayerischen Geschichte. Als Sohn des Hengersberger Metzgermeisters und ersten hauptamtlichen Kreisheimatpflegers des Landkreises Deggendorf, Georg Loibl sen., zählt er – wie Vorsitzender Dr. Ernst Schütz mit Nachdruck betonte – zu einem wichtigen Personenkreis, den unser Landkreis im Laufe der vergangenen eineinhalb Jahrhunderte wieder und wieder hervorgebracht hat und nach wie vor hervorbringt: zu jenem hartnäckigen Kreis von Historikern nämlich, die ihre Heimat nicht nur kennen und schätzen, sondern auch erforschen, lebendig darstellen und gekonnt kontextualisieren. Ihn vorzustellen, erwies sich folglich als überflüssig, den mit über 300 Besuchern vollbesetzten Saal des Nothaft-Gewölbes zu erklären ebenso, nicht minder die Anwesenheit von Django Asül und Landrat Bernd Sibler, der mit Loibl aufgrund seiner Zeit als bayerischer Kultusminister ohnehin seit langem in enger Tuchfühlung steht.

Das Buch heißt „Grüße aus dem wilden Osten – Kulturgeschichte des Bayerischen Waldes auf Ansichtskarten“ und basiert auf der jüngst durch Loibl für das Haus der Bayerischen Geschichte erworbenen Postkartensammlung des bekannten Heimatschreibers Max Peinkofer (1891-1963) und dem Nachlass seines bereits erwähnten Vaters. Die „Deggendorfer Zeitung“ berichtete unterm 3. Februar: „Die Präsentation von Loibl glich eher einem Zwiegespräch mit dem Publikum als einer chronologisch starren Auflistung des in zwölf Kapitel zusammengefassten Meisterwerks der bayerischen Geschichte. In zahlreichen Post- bzw. Ansichtskarten, darunter auch einigen Erinnerungsfotos, sind Hengersberger Geschäfte, Brauereien oder Personen abgebildet, wie die Schwestern Erna und Johanna Müller, Inhaberinnen des gleichnamigen Cafés am Marktplatz (heute Gotthard). Warum der Marktplatz in Hengersberg überdimensional groß angeordnet war, begründete Loibl damit, dass in den 1920er und 1930er Jahren dort große Viehmärkte abgehalten wurden, zu denen bis zu 3000 ‚Rindviecher‘ aufgetrieben wurden. Zu dieser Zeit war der Bayerwald Haupt-Fleischlieferant für die Städte entlang der Donau und bis hinauf nach München. In seinem Hengersberg-Essay informiert Loibl darüber, dass um die Jahrhundertwende in Hengersberg acht Brauereien und zwölf Wirtshäuser angesiedelt waren, darunter die Dynastie der Streibl, die Eltern des bereits verstorbenen ehemaligen Ministerpräsidenten Max Streibl.

Zur Inspiration, das Buch zu schreiben, erklärte Loibl, dass die Idee geboren wurde, als er sich mit dem Fundus von über 10.000 Postkarten konfrontiert sah und sich dachte, diese nicht wieder Jahrzehnte in irgendeinem Eck vergammeln zu lassen. Diese Karten waren für die damaligen Generationen WhatsApp und Instagram zusammengenommen, von denen 1879 allein im Deutschen Reich fast 123 Millionen befördert wurden. […] Der Titel wurde ihm von einem der Kartenschreiber serviert, der 1913 eine aus Thyrnau bei Passau nach Nördlingen verschickte Ansichtskarte mit dem Slogan neu versah: ‚Bilder aus dem Wilden Westen: Indianer und Cowboys an der Great Western Pacific Railway‘“ – Was ist von diesem „Wilden Osten“ nun geblieben? Die Antwort darauf mag sich in dem Buch Loibls finden lassen; einzige Voraussetzung dafür: Man nehme und lese!

„Grüße aus dem Wilden Osten“ – Dr. Richard Loibl stellt sein neues Buch über den Bayerischen Wald in Hengersberg vor
„Grüße aus dem Wilden Osten“ – Dr. Richard Loibl stellt sein neues Buch über den Bayerischen Wald in Hengersberg vor
„Grüße aus dem Wilden Osten“ – Dr. Richard Loibl stellt sein neues Buch über den Bayerischen Wald in Hengersberg vor
„Grüße aus dem Wilden Osten“ – Dr. Richard Loibl stellt sein neues Buch über den Bayerischen Wald in Hengersberg vor